Therapeutische Einrichtung Auf der Lenzwiese in Höchst-Hassenroth/Odw. / Adaption Breuberg

Info

Die Einrichtung
Die Therapeutische Einrichtung Auf der Lenzwiese ist eine Einrichtung zur medizinischen Rehabilitation für Drogen- und mehrfachabhängige Frauen und Männer. Wir bieten insgesamt 30 Plätze zur stationären Entwöhnungsbehandlung, davon 5 zur stationären Adaption in der Adaptionseinrichtung Breuberg-Neustadt.

Behandlung der Cannabisabhängigkeit
Für Cannabiskonsumierende bieten wir seit 2006 ein eigenes Behandlungsprogramm, das stationäre Abstinenztraining für Cannabiskonsumierende StACK. Weitere Informationen zu diesem Behandlungsschwerpunkt finden auf der Seite ‚Projekte’.

Behandlung der Opiatabhängigkeit
Seit August 2012 besteht die Möglichkeit, eine übergangsweise substitutionsgestützte Rehabilitation in unserem Haus durchzuführen. Weitere Informationen hierzu finden auf der Seite ‚Projekte’.

Evaluation der Behandlungsschwerpunkte
Mehrfach erreichten uns Nachfragen nach Auswertungen mit den Behandlungsschwerpunkten und die jeweilige Wirksamkeit. Für beide Schwerpunkte können wir auf Vorträge und Veröffentlichungen verweisen, eine Übersicht finden Sie im Download-Bereich.

Aufnahme
Eine Anfrage zur Aufnahme kann telefonisch, schriftlich, per Fax oder mail erfolgen. Ein ausgefüllter Aufnahmefragebogen reicht aus, Sie können gern weitere persönliche Daten ergänzen.

Auf Wunsch beraten wir Sie im Vorfeld der Therapie und unterstützen z.B. bei Fragen zur Kostenklärung, auch ob eine Entgiftung im Vorfeld der Therapie notwendig ist oder ob darauf verzichtet werden kann.

Aufnahmetermine können auf Wunsch kurzfristig vergeben werden. Auch hier wenden Sie sich bitte an unser Aufnahmebüro, damit wir Sie bei der Klärung der Voraussetzungen unterstützen können.

Falls Sie unsere Einrichtung persönlich kennen lernen wollen, vereinbaren wir gern ein individuelles Vorstellungsgespräch.

Unser Aufnahmebüro
Weiter Fragen zu einer Therapie beantwortet die Leiterin der Einrichtung Frau Andrea Brenner gern persönlich. Sie erreichen sie oder ihre Vertretung am schnellsten per Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Für telefonische Rückfragen erreichen Sie uns unter

Fon  06163 9338-0 (Zentrale)
oder 06163 9338-12 (Durchwahl)

Wir bitten um Verständnis, wenn es gelegentlich zu Verzögerungen bei Rückrufen kommt. Diese gehen auf die direkte therapeutische Arbeit und Schwankungen in der Nachfrage zurück. Eingegangene Mails werden nach Reihenfolge des Eingangs so schnell wie möglich beantwortet.

Qualitätsmanagement
Wir arbeiten an der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Einrichtung und der laufenden Verbesserung unserer Hilfeangebote. Grundlage dafür das Modell der European Foundation for Quality Management EFQM. Die Therapeutische Einrichtung Auf der Lenzwiese ist seit 2006 für die medizinische Rehabilitation Drogen- und Mehrfachabhängiger nach DIN EN ISO 9001:2008 und BAR / CaSu zertifiziert.
Das Qualitätsmanagementsystem der Einrichtung ist zudem seit 2012 nach den Kriterien der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) zertifiziert.


Stand 07/2015

 

FAQ

Behandlung

Wie ist die Versorgung mit Medikamenten geregelt?
Medikamente werden nur nach ärztlicher Verordnung vergeben. Das betrifft auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente. Eigene nicht verschreibungspflichtige Medikamente (z.B. gegen Kopfschmerzen) können nach Absprache mit unseren Ärztinnen eingenommen werden.

Wie wird meine Drogenfreiheit in der Behandlung unterstützt?
In unserer Einrichtung gehört die Selbstverpflichtung, auf Drogen und Alkohol für die Dauer der Therapie zu verzichten unbedingt dazu. Wir unterstützen Ihre Drogenfreiheit durch Alkoholkontrollen, Drogenscreenings und gestufte Ausgänge.

Was passiert bei einem Rückfall?
Bei guter Abstinenzmotivation, Kooperation und Behandlungsbereitschaft kann die Rehabilitation in der Einrichtung nach einem Rückfall fortgesetzt werden. Mit Rückfallanalyse, -management und vielfältigen Möglichkeiten zur Rückfallbearbeitung werden rückfällige Patientinnen und Patienten dabei vom Team unterstützt.

Wie wird mit Beikonsum bei substitutionsgestützter Rehabilitation umgegangen?
Beikonsum ist mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Freiheit von Beikonsum ist eine Voraussetzung für die substitutionsgestützte Reha und wird streng kontrolliert.

Welche Bereiche werden in der Arbeitstherapie angeboten?

Handwerkliche Arbeiten in Schreinerei, Renovierungs- und Metallwerkstatt, Selbstversorgung in der Hauswirtschaft in den Bereichen Küche und Hausreinigung/Wäsche, Unterstützung der Haustechnik in Pflege von Garten und Außenanlagen sowie Verwaltungsarbeiten im Patientenbüro.

Rahmenbedingungen

Welche grundlegenden Regeln sind zu beachten?
Freiheit von Drogen, Alkohol und Glücksspiel während der Rehabilitation ist ebenso ein Muss wie die aktive Mitarbeit am therapeutischen Programm und der Verzicht auf Gewalt.

Ist die Einrichtung nach §§ 35/36 BtMG anerkannt?
Ja, die Anerkennung nach §§ 35/36 BtMG wurde durch das zuständige hessische Ministerium erteilt.

Wie sind meine persönlichen Daten geschützt?
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lenzwiese unterliegen der gesetzlichen Schweigepflicht. Ohne Ihre ausdrückliche Erlaubnis werden keine persönlichen Daten weiter gegeben.

Wie alt sind die Patienten der Lenzwiese?
Das Mindestalter liegt bei 18 Jahren, nach oben hin gibt es keine Grenze. Im Durchschnitt sind die Patienten/innen 30 Jahre alt.

Können während der Rehabilitation gemeinnützige Arbeitsstunden abgeleistet werden?
Ja! Während der Freizeit kann in verschiedenen Bereichen gemeinnützige Arbeit abgeleistet werden. Genauere Fragen können unsere Arbeitstherapeuten beantworten.

Wo darf in der Einrichtung geraucht werden?
Unsere Einrichtung ist rauchfrei, das heißt, in den Gebäuden darf nicht geraucht werden. Ein überdachter Raucherbereich ist vorhanden.

Kontakte und Aktivitäten

Wann können Patienten Besuch empfangen?
Besuche können Sie ab dem zweiten Wochenende in der Therapie empfangen, im Einzelfall auch früher, z.B. zur Aufrechterhaltung eines regelmäßigen Kontakts zu eigenen Kindern.

Ab wann sind Ausgänge möglich?
Ausgänge sind in der Regel nach vier Wochen Aufenthalt möglich, zunächst in Kleingruppen, später alleine. Für Patientinnen und Patienten aus Übergangseinrichtungen sind Ausgänge nach Vereinbarung auch früher möglich.

Wie sind Einkaufsmöglichkeiten geregelt?
Im Rahmen von Ausgängen können Einkäufe selbständig gemacht werden. Dringende Einkäufe von Kleidung und Hygieneartikeln können zu Beginn der Rehabilitation auch begleitet werden.

Kann ich mir von Angehörigen bei Aufnahme Sachen bringen lassen?
Ja. Bitte besprechen Sie die Einzelheiten mit Ihrer Bezugstherapeutin bzw. Ihrem Bezugstherapeuten.

Multimedia

Wie und wann kann telefoniert werden?
Es darf vom ersten Tag an telefoniert werden, Handys können auf dem Zimmer genutzt werden.

Können Computer in der Einrichtung genutzt werden?
Ja. Zum Arbeiten sind PCs in der Einrichtung vorhanden. Eigene PCs oder Laptops können nach vorheriger elektrotechnischer Prüfung genutzt werden.

Besteht Gelegenheit, Musik zu hören?
Im Zimmer kann mit Kopfhörer jederzeit Musik gehört werden. Weiter gibt es eigene Räumlichkeiten, in die unsere Patientinnen und Patienten sich zum Musikhören zurückziehen können. Drogenassoziierte Musik soll zum eigenen Schutz und zum Schutz von Mitpatienten/innen nicht gehört werden. Auf Zimmerlautstärke ist zu achten.

Finanzielles

Wie bin ich während der Behandlung finanziell abgesichert?
Wir empfehlen dringend, mindestens vier Wochen vor der Aufnahme die entsprechenden Anträge auf Übergangsgeld, Arbeitslosengeld II oder Hilfe zum Lebensunterhalt zu stellen. Bei der Antragsstellung werden Sie von Ihrer Drogenberatung unterstützt. Sie sollten ebenfalls mindestens vier Wochen vor der Rehabilitation Ihren Krankenversicherungsschutz klären.

Wie ist der Umgang mit Geld geregelt?
Es wird großer Wert auf Eigenverantwortung gelegt, Patienten/innen sollen ihr Geld von Beginn der Rehabilitation selbst einteilen. Eigengeld kann auf ein Patientenkonto eingezahlt und bei Bedarf abgehoben werden.

Gibt es eine Kostenerstattung für Fahrten zur Praktikumstelle?

Fahrkosten für notwendige Fahrten im Rahmen eines Praktikums können von der Deutschen Rentenversicherung Hessen übernommen werden. Es werden Fahrkosten für öffentliche Verkehrsmittel, 2. Klasse unter Beachtung der günstigsten Tarife übernommen.

Gibt es eine Kostenerstattung für Familienheimfahrten?
Ja, Fahrtkosten für Familienheimfahrten werden erstattet. Bitte beachten Sie hierzu die Regelungen der Deutschen Rentenversicherung.

 

Stand: 07/2014

Basics

Gebäude/Räumlichkeiten
Zu sportlichen Aktivitäten laden die naturnahe Umgebung der Einrichtung, ein Fußballplatz und ein Beachvolleyball-Feld ein. Vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung bieten eine Sauna sowie große, helle und freundliche Gemeinschaftsräume. In einem separaten Werkstattgebäude sind eine Schreinerei, ein Kreativraum und ein Gruppenraum untergebracht. Für unsere Patienten/innen bieten wir Einzel- und Doppelzimmer mit eigenen sanitären Anlagen an. Zu Beginn der Rehabilitation werden die Patientinnen und Patienten in Doppelzimmern untergebracht, im Adaptionshaus stehen Einzelzimmer zur Verfügung. Paare können gemeinsam die Rehabilitation bei uns durchführen, die Unterbringung erfolgt auf Wunsch in einem Doppelzimmer.

Team
Ihre Rehabilitation wird in unserer Einrichtung von einem gut ausgebildeten und erfahrenen Team unterstützt. Zusätzlich zu den grundlegenden beruflichen Qualifikationen verfügen alle therapeutisch tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über therapeutische Zusatzqualifikationen und bilden sich laufend weiter.
In der Einrichtung arbeiten
• Fachärztinnen für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie
• Ein Krankenpfleger, eine Krankenpflegerin
• Ein Diplompsychologe mit verhaltenstherapeutischer Zusatzausbildung
• Sozialtherapeutinnen mit therapeutischer Zusatzqualifikation aus den Bereichen integrative Therapie, Psychodrama, Gestalttherapie, systemische Therapie, Klientenzentrierte Kunsttherapie, Traumatherapie, Schuldenberatung
• Ein Sporttherapeut mit Grundqualifikation Diplom-Sportwissenschaftler
• Arbeitstherapeuten mit handwerklichen und hauswirtschaftlichen Ausbildungen, Ausbildungsbefähigung und Meisterbrief
• Freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Nachtbereitschaftsdienste
• Verwaltungsangestellte
• Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im freiwilligen sozialen Jahr oder Bundesfreiwilligendienst

 

Stand: 07/2014

Grundsätze

Erscheinungsformen der Abhängigkeit
Abhängigkeit ist eine Erkrankung, die die körperliche und psychische Entwicklung sowie die soziale Integration der Betroffenen schwer beeinträchtigt. Ein entscheidendes Charakteristikum der Abhängigkeit ist der oft starke, gelegentlich übermächtige Wunsch, Drogen, Medikamente, Alkohol oder Tabak zu konsumieren. Weitere Kriterien für die Diagnose einer Abhängigkeit sind eine verminderte Kontrollfähigkeit in Bezug auf die Steuerung des Konsums, ein körperliches Entzugssyndrom, der Nachweis einer Toleranzentwicklung, die fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Substanzkonsums sowie der anhaltende Substanzkonsum trotz Nachweises schädlicher Folgen.

Folgen der Abhängigkeit
Die Abhängigkeit geht oft einher mit weit reichenden Folgen. Zu den häufigsten begleitenden Belastungen gehören

• suchtbedingte körperliche Erkrankungen, z.B. Hepatitis, Abszesse
• Einschränkungen der Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz
• Verschuldung
• Zerrüttung der familiären Verhältnisse
• Verengung des sozialen Umfeldes auf Drogenkontakte
• soziale Isolation
• Verödung von sozialen, kulturellen und freizeitorientierten Interessen
• Unfähigkeit zur Organisation und Strukturierung des Alltags
• Obdachlosigkeit
• Haftstrafen in Folge von Beschaffungskriminalität


Anerkennungen
Die Deutsche Rentenversicherung Hessen ist federführender Leistungsträger. Die Kosten der Rehabilitation werden von den Rentenversicherungsträgern, den Krankenkassen und den überörtlichen Sozialhilfeträgern übernommen. Die Einrichtung ist vom zuständigen Fachministerium des Landes Hessen im Sinne der §§ 35, 36 ff des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) staatlich anerkannt.


Drogenfreiheit, Gewaltfreiheit, Mitarbeit

Sind die Grundvoraussetzungen für eine Rehabilitation in unserem Haus. Freiheit von Drogen, Alkohol und Glücksspiel während der Rehabilitation ist ebenso ein Muss wie der Verzicht auf Gewalt und die aktive Mitarbeit.

Behandlungsziele
Die zentralen Ziele der Rehabilitation sind

• Erreichen und Aufrechterhalten der Abstinenz
• Beheben und Ausgleichen von körperlichen und seelischen Störungen
• möglichst dauerhafte Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit und Wiedereingliederung in das Erwerbsleben
• Wiedereingliederung in das Leben in der Gemeinschaft

Individuelle Ziele für Ihre Rehabilitation werden gemeinsam zu Beginn der Behandlung entwickelt. Dabei werden Sie von Ihrem Fallteam unterstützt. 

Behandlungsangebote (ggf. mit Erläuterung)
Im Folgenden finden Sie eine Auswahl unserer Behandlungsangebote. Die Teilnahme an diesen Angeboten richtet sich nach dem jeweiligen individuellen Bedarf, dem Verlauf der Behandlung und wird zwischen Therapeut/in und Patient/in vereinbart.
• Einführungsgruppe
• Psychotherapeutische Bezugsgruppe
• Psychotherapeutische Einzelgespräche
• Angehörigengespräche
• Cannabisgruppe
• Morgenrunde
• Plenum
• Arbeitsbesprechung
• Arbeitstherapie
• Training zur Rückfallprävention
• Selbstsicherheitstraining
• Training zur Stressbewältigung
• Raucherentwöhnung
• Sporttherapie
• Entspannungstraining
• Visite
• Gruppe zur Gesundheitsinformation
• Freizeitangebote
• Sozial- und Schuldnerberatung
• Adaptionsgruppe

Behandlungsdauer
Die Dauer der Rehabilitation wird individuell festgelegt und richtet sich nach dem Ausmaß der körperlichen, psychischen und sozialen Folgen der Suchterkrankung. Für eine ausreichend stabilisierende Behandlung inklusive Adaptionsphase ist nach den derzeitigen Vorgaben der Leistungsträger ein Zeitraum von bis zu 10 Monaten vorgesehen. Für therapieerfahrene Patientinnen und Patienten wird die Rehabilitationsdauer verkürzt. Die Dauer wird im Einzelfall nach sorgfältiger Indikationsstellung vereinbart. Ausschließlich Cannabiskonsumierende können an dem Stationären Abstinenztraining für Cannabiskonsumierende StACK teilnehmen. Hier ist eine Dauer von 4 Monaten vorgesehen, die bei Bedarf durch eine Adaptionsphase ergänzt wird. Die Adaptionsphase von bis zu 4 Monaten kann sowohl in der Einrichtung als auch extern durchgeführt werden.

Stand: 07/2014

 

Projekte

Für die Behandlung von Abhängigkeiten illegaler Drogen haben wir zwei Projekte entwickelt, die hier kurz dargestellt werden. Unser neues Projekt ist die übergangsweise substitutionsgestützte Rehabilitation für Opiatabhängige, unser bereits erprobtes Projekt ist das stationäre Abstinenztraining für Cannabiskonsumierende StACK.


Übergangsweise substitutionsgestützte Rehabilitation für Opiatabhängige
Zur vorübergehend substitutionsunterstützten Rehabilitation werden in unserer Einrichtung Opiatabhängige aufgenommen, die mit Methadon, Polamidon oder Buprenorphin (Subutex oder Suboxone) substituiert werden.

Ziel der Rehabilitationsmaßnahme ist der Ausstieg aus der Substitution. Mit diesem Ziel soll im Verlauf der Behandlung eine gewissenhafte Auseinandersetzung erfolgen, nach Möglichkeit soll das Ziel auch erreicht werden. In manchen Fällen zeigt sich allerdings, dass ein Ausstieg aus medizinischen, psychologischen oder sozialen Gründen während der Rehabilitation nicht angezeigt ist. Überlegungen hierzu können während der Rehabilitation mit dem behandelnden Arzt bzw. der behandelnden Ärztin besprochen werden.

Ein Abdosieren soll möglichst einige Monate vor dem geplanten Ende der stationären Behandlung abgeschlossen sein. Das Erproben der Abstinenz kann so während der Behandlung begleitet werden.

Voraussetzung für die Aufnahme zur übergangsweise substitutionsunterstützten Rehabilitation ist ein Vorstellungsgespräch in unserer Einrichtung. Von diesem Gespräch fertigen wir ein Protokoll an, das Sie mit unterzeichnen und das dem zuständigen Leistungsträger übersandt wird. Dieser wird neben anderen Unterlagen auch dieses Protokoll zur Grundlage seiner Entscheidung über eine Kostenübernahme heranziehen.

Die Dosierung des Substitutionsmittels zu Beginn der Therapie darf nicht mehr als 60 mg Methadon, 30 mg Polamidon oder 8 mg Buprenorphin betragen.

Weitere Informationen zur substitutionsgestützten Behandlung finden Sie in unserem Download-Bereich. Bitte beachten Sie vor allem die Voraussetzungen und das Vorgehen beim Aufnahmeverfahren.


Stationäres Abstinenztraining für Cannabiskonsumierende StACK


Das StACK-Programm
Seit 2006 bietet die Therapeutische Einrichtung Auf der Lenzwiese das Stationäre Abstinenztraining für Cannabiskonsumierende StACK an. Dieses vollstationäre Rehabilitations-Angebot richtet sich an erwachsene Cannabiskonsumierende, bei denen eine ambulante Therapie oder Rehabilitation alleine nicht ausreicht.

StACK erscheint bei folgenden Merkmalen besonders geeignet:
• ausgeprägter körperlicher Entzug von Cannabis
• erhöhte Rückfallgefährdung
• bisher erfolglose Therapieversuche
• begleitende psychische Störung
• belastende psychische und soziale Folgen des Konsums

Ziele von StACK bestehen in der Abstinenz von Cannabis und anderen Suchtmitteln, der Erweiterung der psychosozialen Kompetenzen und der Verbesserung der sozialen und beruflichen Integration. StACK ist bei alleiniger Cannabisabhängigkeit für die Dauer von 4 Monaten angelegt.

Die StACK-Gruppe
Zentraler Baustein der Behandlung ist die StACK-Gruppe, in der die Cannabisabhängigkeit, das Drogenverlangen und die Vorbeugung von Rückfällen direkt und konzentriert bearbeitet werden.

In der Gruppe arbeiten wir mit einem Mix aus verhaltentherapeutischen und edukativen Methoden sowie motivierende Gesprächsführung. Hier wird das Ablehnen von Cannabis im Rollenspiel trainiert, mit mentalem Training wird die Bewältigung von Drogenverlangen trainiert und es werden Informationen zu ausgewählten Themen vermittelt.

Unsere Patientinnen und Patienten

Seit 2004 ist der Anteil der Cannabisabhängigen in unserer Patientengruppe deutlich gestiegen. In 2004 waren 3% unserer Patientinnen und Patienten cannabisabhängig, in 2006 20% und in 2010 lag der Anteil der Cannabisabhängigen schließlich bei 45%.

Der reguläre Abschluss der Rehabilitation kann bei Cannabisabhängigen in unserer Einrichtung mit durchschnittlich 60% relativ häufig erreicht werden.

Cannabisabhängige sind übrigens nicht nur jung. Von unserem StACK-Programm profitieren Ältere gleichermaßen. Drei Viertel der bei uns behandelten Cannabisabhängigen sind unter 30 Jahre alt, ein Viertel ist älter als 30, unser bisher ältester cannabisabhängiger Patient war bei Antritt der Behandlung 54 Jahre alt.

StACK wirkt!
Die Behandlung mit dem StACK-Programm ist erfolgreich und wirkt in mehrfacher Hinsicht. In Evaluationen konnten wir zeigen, dass Im Verlauf der Behandlung Drogenverlangen messbar sinkt, psychische Belastungen und depressive Symptome weniger werden und sich die Aufmerksamkeitsleistung deutlich verbessert.

Hierfür haben wir Ergebnisse von insgesamt 109 cannabisabhängigen Patienten untersucht, hier ein Auszug unserer sehr ermutigenden Ergebnisse:

 



StACK wächst…
Wussten Sie schon, dass es mit StACK 4U (sprich StACK for you) ein ebenso gut eingeführtes Behandlungsprogramm für Jugendliche in der Therapeutischen Einrichtung Eppenhain gibt?

Wussten Sie schon, dass das StACK-Programm jetzt auch im Therapiedorf Villa Lilly in Bad Schwalbach angeboten wird?


Praktische Erfahrungen mit den Patientengruppen
Ob beide Gruppen, Cannabisabhängige und substituierte Opiatabhängige unter einem Dach behandelt werden können, werden wir auch gelegentlich gefragt. Befürchtungen gehen meistens in die Richtung, dass beide Gruppen sich im Alltag nicht vertrügen, es zu einer Art "Ansteckung" mit dem Opiatkonsum bei Cannabiskonsumierenden geben könne. Es wird auch befürchtet, dass es zu massenhaften Rückfällen der nicht Substituierten käme. Dies könne dadurch entstehen, dass Substitutionsmittel in der Einrichtung vorhanden sind und vergeben werden, was vor allem bei nicht substituierten Opiatabhängigen Drogenverlangen auslösen könne und deren Rückfallwahrscheinlichkeit erhöhe.

Wir arbeiten seit Bestehen der Einrichtung mit gutem Erfolg daran, Menschen verschiedener Herkunft, Geschlechter, Religionen, Altersstufen und Erkrankungen gemeinsam zu behandeln, und haben stets die Erfahrung gemacht, das gegenseitige Vorurteile abgebaut werden können und Unterschiede als Bereicherung gesehen werden können.

Eine Erhöhung der Rückfallwahrscheinlichkeit bei Opiatabhängigen lässt sich bisher ebenso wenig feststellen wie eine Erweiterung des Substanzspektrums bei Nicht-Opiatabhängigen.


Stand: 07/2015

 

Termine Infogruppe Cannabis

INFORMATIONSGRUPPE CANNABIS
für Konsumierende, Angehörige, Bezugspersonen
jeden Dienstag 17:30 bis 19 Uhr
in der Jugendberatung und Suchthilfe Sachsenhausen
Wallstraße 25 - 60594 Frankfurt - Tel.: 069 6109020


 

Hier können Sie sich den Flyer hierzu downloaden!

Aktuelles

Jour Fix Fachinformation und kollegialer Austausch im Therapiedorf Villa Lilly und der Th.E. Auf der Lenzwiese

Mit dem jour fix wollen wir regelmäßig Einblick geben in unsere Arbeit in der stationären Rehabilitation und suchen den Dialog mit Vermittlern und Entsendestellen. In dem formellen Teil der Veranstaltung informieren wir über bewährte und neue Behandlungsangebote, Ergebnisse und Wirksamkeit unserer Arbeit und Trends in der Behandlung von Abhängigkeiten.

Mit dem informellen Teil gegen wir Gelegenheit für kollegialen Austausch, gemeinsame Auswertungen von Behandlungen und Verläufen, Klären von Vermittlungsprozessen, und, und, und.

Über alle Fragen, die Sie uns schon immer mal stellen wollten, können wir uns im persönlichen Kontakt unterhalten.

Auf Anfrage bieten wir gerne eine Führung durch unsere Einrichtung an!

PROGRAMM:

16.11.2015,von 14:00 bis 16:00 Uhr TD Villa Lilly, Haus Claire
Behandlung Stimulantienabhängiger
Unser neues Behandlungsprogramm und erste Erkenntnisse
Ulrich Claussen, Diplompsychologe

Den Vortrag zur Stimulantienabhängigkeit können sie hier herunterladen.

15.02.2016 von 14:00 bis 16:00 Uhr TE Lenzwiese
10 Jahre StACK-Programm
Schwere Cannabisabhängigkeit lässt sich behandeln, die Ergebnisse sind gut!
Ulrich Claussen, Diplompsychologe

23.05.2016 von 14:00 bis 16:00 Uhr TD Villa Lilly, Haus Claire
Bewegung befreit und heilt!
Ergebnisse der Sporttherapie bei Abhängigkeiten
Martin Hannus, Diplom-Sportwissenschaftler

12.09.2016 von 14:00 bis 16:00 Uhr TE Lenzwiese
Motivieren zum Ausdosieren
Stationäre Therapie mit Substituierten,
wie geht das?
Ulrich Claussen, Diplompsychologe

21.11.2016 von 14:00 bis 16:00 Uhr TD Villa Lilly, Haus Claire
Hoffnung für die nächste Generation
Vorgehen, Besonderheiten und Ergebnisse der Eltern-Kind-Behandlung im Therapiedorf.
Udo Röser, Therapeutischer Leiter

Den Flyer sowie die Anmeldung können Sie hier downloaden!

Stand: 11/2015


Was bedeutet Abstinenz für Substituierte?
Unter diesem Titel stellte Diplompsychologe Ulrich Claussen Überlegungen zur psychologischen Einordnung der Angst Substituierter vor dem Entzug vor und zieht Verbindungen zur Konsistenztheorie von Grawe (1998, 2004). Dieser Vortrag wurde auf dem diesjährigen Kongress des Fachverband Sucht e.V. am 18.06.2015 in Heidelberg gehalten. Mit diesem Bezug ergibt sich eine Leitlinie für das psychotherapeutische Herangehen an die Angst vor Entzug und Rückfall, die Entwicklung dieser Angst in den verschiedenen Phasen des Drogenkonsums kann nachvollzogen und der Behandlung besser zugänglich gemacht werden.

Den Vortrag "Was bedeutet Abstinenz für Substituierte" finden Sie hier.

 


 

Deutscher Suchtkongress 2015 in Hamburg
Auf dem diesjährigen Deutschen Suchtkongress in Hamburg stellten Ulrich Claussen und David Schneider am 18.09.2015 eine vergleichende Evaluation der psychosozialen Belastungen Cannabisabhängiger und Opiatabhängiger in stationärer Rehabilitation vor. Auf Basis der Jahrgänge 2006 bis 2015 ließ sich eine größere Stichprobe von n=626 lassen sich die beiden Gruppen miteinander vergleichen. Mittlerweile ist die Cannabisabhängigkeit häufigster Anlass für eine stationäre Rehabilitation (vgl. Basisdokumentationen des Fachverband Sucht von 2008 bis 2014) und die Opiatabhängigkeit wird seltener in diesem Rahmen behandelt als noch vor wenigen Jahren. Im Vergleich zur Normalbevölkerung ergeben sich ähnliche Belastungsprofile beider Gruppen, die schulische und berufliche Qualifikation der Cannabisabhängigen wird augenscheinlich deutlich früher gestört und ist in der untersuchten Stichprobe teils schlechter ausgeprägt als bei den opiatabhängigen Patientinnen und Patienten.
 
 

20 Jahre Lenzwiese
Seit nunmehr 20 Jahren bieten wir Therapien für drogenabhängige Männer, Frauen und Paare an. In dieser Zeit hat sich hier Vieles verändert. Die ursprünglichen Gebäude wurden ergänzt durch ein Werkstattgebäude und die Adaptionseinrichtung in Breuberg-Neustadt. Das Hauptgebäude wurde modernisiert, deutlich energieeffizienter umgebaut und bietet jetzt großzügigere Räumlichkeiten für unsere Patientinnen und Patienten.

In dieser Zeit wurden neue Angebote entwickelt und bewährte Therapiemodule in die Reha integriert. Neben dem Training zur Rückfallprävention wurden Selbstsicherheitstraining, Stressbewältigung und Raucherentwöhnung zunächst als eigenständige Gruppen angeboten, dann in das gesamte therapeutische Vorgehen integriert und individuell angeboten.

Eigene Behandlungsschwerpunkte wurden für Cannabisabhängige und zuletzt auch für substituierte Opiatabhängige entwickelt: das StACK-Programm und die übergangsweise substitutionsgestützte Reha.

Die Qualität der Arbeit wurde kontinuierlich weiterentwickelt
- 1997 erste Selbstbewertung nach EFQM-Modell
- 2006 Zertifizierung der Einrichtung nach DIN EN ISO
- 2009 Erste Rezertifizierung nach DIN EN ISO
- 2012 Zweite Rezertifizierung nach DIN EN ISO und Anerkennung nach BAR/CaSu

In dieser ganzen Zeit ist die Behandlung in der Lenzwiese lebensnäher geworden. Patientinnen und Patienten bekommen früher Eigenverantwortung übertragen und werden stärker an der Gestaltung der Behandlung beteiligt. Atmosphärisch hat sich dadurch Vieles verbessert.

Die Lenzwiese wird sich weiter verändern und entwickeln. Wir bedanken uns bei Allen, die in den letzten 20 Jahren an dem Gelingen unseres Auftrags beteiligt waren: Patientinnen und Patienten, Angehörige, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unserem Trägerverein JJ, Kolleginnen und Kollegen aus befreundeten und kooperierenden Einrichtungen, Leistungsträgern, Nachbarn und regionalen Partnern.



Deutscher Suchtkongress 2013 in Bonn
Am 19.09.2013 stellte Einrichtungsleiter Ulrich Claussen eine erste Evaluation der übergangsweise substitutionsgestützten Rehabilitation beim Deutschen Suchtkongress in Bonn vor. In dieser Evaluation wird deutlich, dass Opiatabhängige, die die Reha substitutionsgestützt beginnen in aller Regel früher beginnende und stärker ausgeprägte Abhängigkeiten haben, weitaus häufiger Begleiterkrankungen und einen höheren Behandlungsbedarf. Dies macht längere und intensivere Behandlungen erforderlich. Demgegenüber stehen kürzere Verweildauern und einige Umstände, die die Behandlung dieser Zielgruppe erschweren.

Für die Weiterentwicklung des Angebots soll die Evaluation fortgesetzt und ergänzt werden um Variablen zu Behandlungsverlauf, psychischen Besonderheiten und auch intellektueller Leistungsfähigkeit, sowie weiteren Reha-Ergebnissen abgesehen von der Abdosierung des Substitutionsmittels. Bereits jetzt ergeben sich Entwicklungsmöglichkeiten für die Reha-Vorbereitung, den Ausbau motivationaler Strategien und die Entwicklung eines systematischen Ansatzes für die Behandlung der Angst vor Entzug. Für diese spezielle Problematik sollen kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze der Behandlung von Angststörungen erprobt werden.

Den gesamten Vortrag finden Sie hier:

Einführung der übergangsweise substitutionsgestützten stationären Rehabilitation.
Ulrich Claussen (Therapeutische Einrichtung Auf der Lenzwiese)

 


Fachtagung „Behandlung Cannabisbezogener Störungen – Neuere Ergebnisse“ am 19.01.2012
Mit dieser Tagung stellten wir neuere Ergebnisse zur Behandlung von Cannabisabhängigkeit vor. Mit dem Vortrag ‚Therapie der Cannabisstörungen - ein update?’ informierte Frau Dr. Eva Hoch, Department of Addictive Behavior & Addiction Medicine, Central Institute of Mental Health, University of Heidelberg, über Anforderungen an eine moderne Therapie cannabisbezogener Störungen. Herr Ulrich Claussen, Therapeutische Einrichtung Auf der Lenzwiese stellte mit ‚StACK reloaded’ die Entwicklung und Evaluation eines stationären Behandlungsprogramms vor.

Unsere Fachtagung fand gute Resonanz in der hessischen Suchthilfe. Wenn Sie sich über die Inhalte der Tagung informieren wollen, können Sie sich die Vorträge hier herunterladen:

StACK reloaded – Entwicklung und Evaluation eines stationären Behandlungsprogramms
Ulrich Claussen (Therapeutische Einrichtung Auf der Lenzwiese)

 

Therapie der Cannabisstörungen - ein update?
Dr. Eva Hoch (Department of Addictive Behavior & Addiction Medicine, Central Institute of Mental Health, University of Heidelberg)

 


Veröffentlichungen zu „legal highs“
In Zusammenarbeit mit bioscientia Institut für medizinische Diagnostik GmbH in Ingelheim wurde in gemeinsamen Veröffentlichungen die klinische Identifizierung und der laborchemische Nachweis von sogenannten „legal highs“ in einer Fallstudie beschrieben. Die Literaturnachweise lauten:

Arndt, T. Claussen, U., Güssregen, B. Schröfel, S., Stürzer, B., Werle, A. und Wolf, G. (2010) „Krypton“-Konsum als Ursache eines positiven O-Desmethyltramadol-Nachweises im Urin einer Opiatabhängigen in der Entwöhnungstherapie. Toxichem und Krimtech, Mitteilungsblatt der Gesellschaft für Toxikologische und Forensische Chemie, 77(1), 23-28.

Arndt, T. Claussen, U., Güssregen, B. Schröfel, S., Stürzer, B., Werle, A. und Wolf, G. (2011) Kratom alkaloids and O-desmethyltramadol in urine of a “Krypton” herbal mixture consumer. Forensic Science International, 208, 47-52.

Stand: 11/2015